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Regionale Produkte genießen

Berberitze – eine kleine Kostbarkeit

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Wer kennt noch die stacheligen Hecken um unsere Gärten? Grün oder rot waren sie mit vielen Blättchen und – gefühlt – noch mehr Dornen …

… die Berberitze. Um unseren Eingangsbereich gab es eine solche Hecke. Ich mochte die Blätter und die Beeren, obwohl sie sehr sauer waren. Da war ich auch die Einzige in der Familie, die immer wieder in, oder besser an die Berberitzen ging. Dass dies tatsächlich eine Delikatesse ist und teuer bezahlt wird, das wusste ich natürlich als Kind nicht. Keiner wusste das in der Familie.

Berberitze_Strauch3

Das erste Mal ist mir die Berberitze dann wieder vor ein paar Jahren begegnet. Ich besuchte den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Esslingen. Dort gab es neben Gewürzen auch getrocknete Beeren von Berberitzen. Wie gesagt nicht ganz billig! Aber wenn man sich vorstellt, wie mühsam diese geerntet werden müssen (ganz abgesehen von den Spuren, die auf der Haut zurückbleiben – da kann man nur hoffen, dass die Pflücker entsprechend geschützt sind…). Ein kleines Tütchen habe ich damals mitgenommen und ganz sparsam ins Müsli hineingemischt.

Und dann lernte ich vor knapp drei Jahren Farzaneh kennen, eine Perserin. Und sie zauberte einen wunderbaren Reis, in dem auch Berberitzen enthalten waren: Zereshk Polo (ich hoffe, das ist der richtige Name des Gerichtes). Auch im Iran ist dies eine Festtagsspeise. Da sind die kostbaren Zutaten wie Safran und Berberitze und die aufwändige Zubereitung. Das Ergebnis ist ein Gedicht – geschmacklich gesehen und überhaupt!

Nun schenkte mir Farzaneh zu Weihnachten wieder Berberitzen-Beeren. Da sie sie aus ihrer Heimat mitbrachte, sind sie auch für mich gefühlt regional! Ich werde in Zukunft die Augen offen halten nach Berberitzen-Hecken in der Umgebung!

Berberitze2

Berberitzen, speziell die Wurzeln, gelten als Pflanzen mit Heilwirkung (sie sollen bei Leberleiden und Verdauungsstörungen helfen). Die Pflanze ist giftig (auch die Blätter – davon habe ich als Kind zum Glück nichts gespürt…), da sie u.a. Berberin, ein Alkaloid, enthält. Nur die Beeren sind davon ausgenommen.

Ich habe heute wieder einmal Wirsing zubereitet, ich liebe ihn einfach… Und als eine Krönung oder die Krönung gab es in Zucker und Butter karamellisierte Berberitzen on top. Das Püree musste sich mit in Butter gerösteten Vollkorn-Semmelbröseln begnügen – kein Neid – auch das ist überaus lecker, vor allem mit Bröseln aus Vollkorn. Dazu gab es die leckeren roten Kartoffeln von Christoph und ein Paar Bio-Saitenwürstchen aus der Region.

Berberitze   Semmelnbröseln

Wirsing2erlei4

Und irgendwann traue ich mich auch an den persischen Festtagsreis!

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