Eine wunderbare Tradition gab es in unserer Familie, als wir Kinder waren.
An Heiligabend schmückte Mutter den Weihnachtsbaum und das Zimmer. Wir Kinder durften natürlich nichts davon mitbekommen, schließlich war es ja das Christkind, das die Geschenke brachte und alles so festlich aussehen ließ.
So gingen wir mit unserem Vater in den Wald und bereiteten Bescherung für die Tiere vor. Besonders schön war es, wenn es geschneit hatte. Wir suchten Baumstümpfe aus und legten die vorbereiteten Apfelschnitze und Nüsse darauf. Dabei stellten wir uns vor, wie Rehe, aber auch Mäuse zum reichlich gedeckten „Tisch“ kamen und voll Freude, vielleicht auch ein wenig überrascht und vorsichtig, die Gaben fraßen. Dies konnte schon zwei Stunden in Anspruch nehmen!
Voller Vorfreude ging es dann wieder nach Hause. Wir mussten uns nur noch umziehen in festliche Kleidung und dann ertönte auch schon das Glöckchen des Christkindes, was soviel hieß, alles ist bereit!
Und welch ein Wunder – ein wunderschöner Weihnachtsbaum (der schönste in jedem Jahr) erstrahlte im warmen Glanz der Kerzen und es duftete so gut!
Ja, so begann Heilig Abend für uns Kinder und es war immer ein so besonderer Tag.
Und dieses Jahr habe ich diese Tradition fortgeführt. Weil so schöner Schnee lag, weil ich viele regionale Äpfel und Walnüsse habe und weil, ja weil es sooooo schön ist.
